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Kann man die Natur mit Saatmischungen wieder herstellen?

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  • #16
    Hallo,

    das i.d.R. eher alte, vorhandene Lebensräume geschützt werden als neue aufzubauen, ist ein Trend, der sich, gesamteuropäisch gesehen, seit einiger Zeit ins Gegenteil kehrt, da es in vielen, grade kleineren Staaten wie Holland, Dänemark oder auch die Schweiz kaum noch lohnende Altbestände gibt, die noch nicht geschützt sind.
    In den "grossen" Staaten wie Frankreich oder Deutschland oder auch in den Mittelmeerländern und Osteuropa sieht das noch anders aus, aber auch da ist es eig. nur noch eine Frage von Jahren bis höchstens einem Jahrzenhnt, bis sich das auch ändern wird.
    So haben sich bspw. die Ausgaben des SLF (Schweizer Landschafts Fond) eindeutig in die andere Richtung, nämlich Land, was an solche Gebiete angrenzt, aufzukaufen und wieder zu rekultivieren bzw. die Bauern für sog. "Ausgleichsflächen" zu bezahlen und die das dann machen lassen.
    Oder man denke an die Wiederansiedlung des Geiers (glaub Bartgeier) in den österr. & schweizer Alpen oder die der Würfelnatter (passt irgendwie besser) in der NW-CH.
    Gut, in Deutschland werden Braunbären (noch) abgeschossen, in der Schweiz oder Österreich gibt`s Ausgleichskassen und Hütehunde und sowas in der Art. Das zeigt den Unterschied zw. den grossen Staaten und den Kleineren als Beispiel (wobei ihr Deutschen mit den Brandenburger & Mecklenburger Wölfen ja ganz anders verfahrt - hat das eig. was mit "Bayern" und "Osten" und den Leuten da zu tun, oder warum ist das eig. so ? Will damit nur sagen, ein Wolfsrudel ist für einen Spaziergänger doch potenziell mind. gleich gefährlich wie ein Bär - Aber,egal, auch das mit den Wölfen oder dass nach 100 JAhren mal wieder ein Bär durch Deutschland latscht, zeigt eig. nur, dass heute viel wieder für die Natur "zurückgewonnen" wird, sei das wegen Aufgabe von Dörfern & Gebieten durch den Menschen (in den Alpen oder auch im Osten) oder durch gezielte Rückhol- & Rückkaufaktionen mit Neuansiedlungen.).

    Also lange Rede kurzer Sinn: der Trend wandelt sich von "alt erhalten" zu "neu wieder dazuholen".

    Gruss

    Andi

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    • #17
      Hallo,

      zu den ökologischen Linden will ich dann auch mal was sagen. Also es stimmt, dass Linden z.B. für Bienen und Hummeln als wertvoll angesehen werden. Eine Ausnahme bildet hier vielelicht die Silberlinde (Tilia tomentosa), unter denen oft maßenweise tote Hummeln zu sehen sind. Es gibt aber auch viele andere Gehölze, die für Insekten als wertvoll anzusehen sind.
      Der ökologische Nutzen der Linden besteht eigentlich eher in einer bodenfördernden Eigenschaft der Linde. Das Laub der Linden wird ziemlich schnell zersetzt. Die Folge ist eine sich rasch bildende Humusschicht, die den Boden verbessert. Durch den Nährstoffeintrag werden nährstoffarme Böden nachhaltig verbessert. Linden sind Tiefwurzler und werden auch zum Schutz vor Erosionen eingesetzt. Es werden so z.B. Steilhänge durch die Bäume gesichert, was sicher auch einen ökologischen Nutzen darstellt.

      Gruß

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      • #18
        Für mich stellt sich bei solchen Diskussionen immer die Frage, was ist Naturschutz eigentlich.
        Die einen sagen, dass der Mensch sich komplett raushalten soll. Zaun rum und vergessen. Dann haben wir hier innerhalb weniger Jahrzehnte in den meisten geschützten Gebieten einen wunderschönen Buchenwald mit einer geringen Artendiversität. Das ist aber nunmal der Zustand, den die Natur von sich aus in unseren Breiten anstreben würde. So Dinge wie Streuobstwiesen und Magerrasen würde es schlicht weg nicht mehr geben.
        Die andere Richtung versucht den Status quo von vor 300 Jahren zu halten bzw wieder herzustellen. Also Wiesen mähen, Bäume pflanzen, Jagd auf Wildschweine und Renaturierungsmaßnahmen. Dabei erreicht man eine deutlich höhere Artendiversität als in einem Buchenwald. Trotzdem ist das ganze dann nicht "natürlich".

        @Calle
        Nutzen die Linden denn etwas wenn rundherum Wiesen sind? Diese werden meist ein bis zweimal im Jahr gemäht (gerne wie bei mir in der Umgebung in der heißesten Jahreszeit) und das Schnittgut, sprich alle Nährstoffe entsorgt und somit aus dem System entfernt. Da kann dann die Linde noch so viel für die Bodenbildung tun. Es wird keinen großen Effekt haben.


        Gruß,
        Sebastian

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        • #19
          Zitat von Firefly86 Beitrag anzeigen
          So Dinge wie Magerrasen würde es schlicht weg nicht mehr geben.
          Das stimmt so nicht, denn der Magerrasen ist ein Sukkzessionslebensraum an Extremstandorten, der zum Beispiel nach Hangrutschen entstehen kann, dann dort für ein paar Jahre oder länger besteht und dann wieder überwachsen wird. Die Arten sind auch odt genau daran angepasst. Das problem ist heute nur, dass der Mensch solche Hangrutsche etc nicht mehr zu lässt und man daher Ersatzstandorte finden muss.

          Philipp

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          • #20
            Zitat von Firefly86 Beitrag anzeigen
            Für mich stellt sich bei solchen Diskussionen immer die Frage, was ist Naturschutz eigentlich.
            Die einen sagen, dass der Mensch sich komplett raushalten soll. Zaun rum und vergessen. Dann haben wir hier innerhalb weniger Jahrzehnte in den meisten geschützten Gebieten einen wunderschönen Buchenwald mit einer geringen Artendiversität. Das ist aber nunmal der Zustand, den die Natur von sich aus in unseren Breiten anstreben würde. So Dinge wie Streuobstwiesen und Magerrasen würde es schlicht weg nicht mehr geben.
            Die andere Richtung versucht den Status quo von vor 300 Jahren zu halten bzw wieder herzustellen. Also Wiesen mähen, Bäume pflanzen, Jagd auf Wildschweine und Renaturierungsmaßnahmen. Dabei erreicht man eine deutlich höhere Artendiversität als in einem Buchenwald. Trotzdem ist das ganze dann nicht "natürlich".

            @Calle
            Nutzen die Linden denn etwas wenn rundherum Wiesen sind? Diese werden meist ein bis zweimal im Jahr gemäht (gerne wie bei mir in der Umgebung in der heißesten Jahreszeit) und das Schnittgut, sprich alle Nährstoffe entsorgt und somit aus dem System entfernt. Da kann dann die Linde noch so viel für die Bodenbildung tun. Es wird keinen großen Effekt haben.


            Gruß,
            Sebastian

            Hallo Sebastian,

            das ist wohl einer der am meisten verbreiteten Irrtümer.
            (Mittel-)Europa wäre ohne den Menschen keineswegs komplett mit undurchdringlichem Wald bedeckt! Stichwort: Megaherbivorentheorie. Außerdem tun, wie Philipp schon angedeutet hat, Stürme und andere Naturkatastrophen, natürliche Flussauen usw. das ihrige um die Landschaft abwechslungsreich und auch offen zu halten.
            Wahrscheinlich sind auch die ganzen Pflanzen- und Tierarten nicht erst mit Beginn der menschlichen landwirtschaftlichen Tätigkeiten aus der Tundra und ähnlich offenen Lebensräumen eingewandert, sondern haben sich auch schon vor dem Menschen hier befunden.
            Auch deswegen ist eine Offenhaltung aller Lebensraumtypen eigentlich die erste Prämisse im Naturschutz. Das wird vielfach bereits ganz gut umgesetzt, was Wiesentypen (extensive Schaf-, Ziegen- und Rinderbeweidung) betrifft. Große Probleme gibt es aber z.B. bei extensiver Waldnutzung, wie sie im vorletzten Jahrhundert mit der Hudewaldbewirtschaftung (z.B. Eichelmast mit Schweinen) und Nieder- und Mittelwaldnutzung stattfand. Hier ist der Forst häufig nicht bereit einzulenken und hier sterben die Tierarten im Zeitalter des "naturnahen Waldbaus" weg wie die Fliegen...
            Als Beispiele seien hier die FFH-Arten Lopinga achine und Coenonympha hero genannt, das trifft aber auf zahlreiche weitere Schmetterlingsarten sowie auf viele weitere Insektenarten (Cerambyx cerdo, Lucanus cervus) aber auch auf das Auerhuhn usw. zu.

            Viele Grüße Thomas
            www.terragraphie.de

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            • #21
              Zitat von Firefly86 Beitrag anzeigen
              @Calle
              Nutzen die Linden denn etwas wenn rundherum Wiesen sind? Diese werden meist ein bis zweimal im Jahr gemäht (gerne wie bei mir in der Umgebung in der heißesten Jahreszeit) und das Schnittgut, sprich alle Nährstoffe entsorgt und somit aus dem System entfernt. Da kann dann die Linde noch so viel für die Bodenbildung tun. Es wird keinen großen Effekt haben.
              @ Firefly86: Wenn das Laub regelmäßig entfernt wird ist es für eine Bodenbildung selbstverständlich kontraproduktiv. Eine Bodenverbesserung kann nur Erfolgen, wenn das Laub Zeit zum verrotten hat und Humus bilden kann. Sollte das im Herbst abgeworfene Laub allerdings über den Winter bis ins Frühjahr liegen bleiben, so ist eine Bodenverbesserung zumindest bedingt gegeben. Ein Teil kann dann verrotten und Humus bilden. Besser wäre es natürlich das gesamte Laub liegen und verrotten zu lassen.
              Gruß

              Edit: Das Laub der Linden verrottet schon recht schnell, anders als z.B. Eichenlaub. Ob sogar das gesamte Lindenlaub über den Winter und im Frühjahr verrotten kann entzieht sich meiner Kenntnis.
              Zuletzt geändert von Calle; 15.07.2010, 17:47. Grund: Edit

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              • #22
                ...aber eigentlich will man dort doch einen Magerrasen und keinen Humus?

                Gruß Dominik

                Edit.: desshalb wird meines Wissens bei Magerrasen der Schnitt ja auch entfernt.
                Zuletzt geändert von Lagarto; 16.07.2010, 10:57.

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